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Grammatur & Papierqualität.

Auf Datenblättern steht selten „stabil" oder „dünn", sondern eine Zahlenkette wie 140/110/140. Wer sie lesen kann, erkennt in Sekunden, was eine Wellpappe leistet – und ob ein günstiges Angebot am Papier gespart hat.

Die Zahlenkette entschlüsseln

140 / 110 / 140 g/m² · B-Welle · ca. 390 g/m² gesamt

Außendecke / Wellenpapier / Innendecke. Das Wellenpapier zählt wegen der Wellung mit einem Aufschlag (Take-up-Faktor, je nach Wellenart ca. 1,3–1,6).

Papiersorten im Vergleich

SorteFaserEigenschaftEinsatz
KraftlinerÜberwiegend FrischfaserHöchste Reiß- und Berstfestigkeit, feuchtetoleranterExport, schwere Güter, Außendecke
Testliner 1–4Recyclingfaser, abgestuftGute Festigkeit, je nach Klasse unterschiedlichStandard-Versandkartons
White-Top-LinerRecycling mit weißer DeckschichtHohe Opazität, guter DirektdruckBedruckte Verkaufsverpackung
SchrenzpapierGemischtes AltpapierGünstig, geringere FestigkeitInnenlagen, leichte Ware
Wellenpapier (Fluting)Halbzellstoff oder RecyclingHohe Stauchfestigkeit der WelleMittellage aller Qualitäten

Den direkten Vergleich der beiden wichtigsten Deckenpapiere gibt es unter Kraftliner vs. Testliner.

Typische Grammaturen nach Einsatz

AnwendungAufbauDecken g/m²
Leichte ProduktverpackungE-Welle einwellig100–130
E-Commerce bis 10 kgB-Welle einwellig120–160
Voluminöse leichte WareC-Welle einwellig130–170
Schwere Sendungen, PalettierungBC-Welle zweiwellig150–200
Export- und IndustriekistenAC/BB zweiwellig, Kraftliner180–250

Die Angaben sind allgemeine Marktüblichkeiten zur Orientierung; die genauen Sortimente unterscheiden sich je nach Hersteller.

Warum Grammatur allein nichts beweist

Flächengewicht sagt, wie viel Papier verbaut ist – nicht, wie fest es ist. Ein Kraftliner mit 125 g/m² übertrifft ein Schrenzpapier mit 160 g/m² in Berst- und Reißfestigkeit deutlich. Aussagekräftig sind deshalb die geprüften Kennwerte: ECT und BCT, Berstdruck und Durchstoßarbeit. Dazu kommt die Wellenart, die den Abstand zwischen den Decken und damit das Widerstandsmoment bestimmt.

Sichtprüfung in sechs Schritten

  1. Schnittkante: Wellenkanäle gleichmäßig, rund und nicht plattgedrückt?
  2. Decken: Planliegend ohne Waschbrettmuster – das deutet sonst auf zu viel Klebstoff oder zu hohen Anpressdruck hin.
  3. Klebenaht: Fest, ohne ablösbare Stellen, kein durchgeschlagener Leim.
  4. Daumendruck: Kurzer Druck auf die Fläche – bleibt eine Delle, ist die Welle zu weich.
  5. Rillen: Saubere Falzkanten ohne aufgeplatzte Decklage.
  6. Feuchte: Wellige Ränder oder weiche Kanten deuten auf feuchte Lagerung hin – siehe Kartons lagern.