Ratgeber
Ratgeber · Versand

Sperrgut-Versand – Zuschläge & Anbieter-Vergleich

Ein Paket ist schnell Sperrgut – und dann kostet der Versand plötzlich das Doppelte. Dieser Artikel zeigt, ab welchen Maßen DHL, DPD, GLS und Hermes Sperrgut berechnen, wie hoch der Zuschlag jeweils ausfällt und mit welchen Verpackungstricks Sie ihn vermeiden.

Was ist Sperrgut?

Sperrgut sind Sendungen, die nicht regulär über die automatischen Sortieranlagen der Paketdienste laufen können – weil sie zu lang, zu unförmig, nicht rollfähig oder instabil sind. Sie müssen manuell umgeschlagen werden, was Zusatzkosten verursacht. Die genauen Grenzwerte unterscheiden sich pro Anbieter.

Grenzwerte im Anbieter-Vergleich

AnbieterLängste SeiteGurtmaßMax. Gewicht
DHL> 120 cm> 300 cm31,5 kg
DPD> 175 cm> 300 cm31,5 kg
GLS> 200 cm> 300 cm40 kg
Hermes> 120 cm> 310 cm31,5 kg
UPS> 150 cm> 330 cm70 kg

Sobald einer der Werte überschritten wird, greift der Sperrgutzuschlag. Gurtmaß = längste Seite + 2 × Breite + 2 × Höhe. Rechner und Details im Gurtmaß-Ratgeber.

Zuschläge im Überblick

AnbieterZuschlag nettoHinweis
DHL Geschäftskundenab 26 €Sperrgut S/M je nach Maß
DHL Privatkundenkeine AnnahmeAlternativ Filialabgabe mit Aufpreis
DPDab 24 €„Non-Con“-Zuschlag bei Sortier-Problemen
GLSab 22 €Sperrgut nur nach Absprache
Hermesab 45 € (Sperrgut III)Nur B2B im Sperrgut-Tarif
UPSab 30 €„Additional Handling“-Aufschlag

Preise Stand 2026, netto, Geschäftskunden-Tarife. Endkundenpreise können abweichen.

Wann gilt ein Paket automatisch als Sperrgut?

Zuschläge vermeiden – 5 Praxistipps

  1. Karton nach Maß: Passgenaue Verpackung unter 120 cm Länge – bringt oft mehr als jede Tariftaktik.
  2. Zerlegen statt bündeln: Zwei kleine Pakete sind fast immer günstiger als ein Sperrgutpaket.
  3. Quaderform strikt einhalten: Keine überstehenden Teile, keine offenen Enden, Kanten sauber abgeklebt.
  4. Stabilität sichern: Zweiwellige Wellpappe (BC-Welle) statt Einwellig – der Karton muss steif tragen.
  5. Alternative prüfen: Bei > 30 kg oder mehreren sperrigen Kolli lohnt sich oft der Wechsel zu Palettenversand.

Beispielrechnung: Fahrradkarton

Ein Fahrradkarton 140 × 20 × 80 cm, 18 kg:

  • • Längste Seite 140 cm → über DHL-Limit → Sperrgut S
  • • Standard-Paket DHL M: 6,99 € → mit Sperrgut-Zuschlag: ≈ 33 €
  • • GLS Business (Grenze 200 cm): ohne Zuschlag, ~ 12 € netto
  • • → GLS ist hier rund 20 € günstiger als DHL

Faustregel: Bei einer Kante zwischen 120 und 200 cm lohnt der Blick zu GLS oder DPD, weil deren Grenzen höher liegen.

Sperrgut oder Palette?

SituationEmpfehlung
1 Karton, < 120 cm, < 31 kgStandard-Paket
1 Karton, 120–200 cmSperrgut GLS/DPD
1 Karton, > 200 cm oder > 40 kgPalettenversand (Spedition)
3+ sperrige Kolli an eine AdressePalette – meist günstiger als Einzelversand
Empfindliche, wertvolle Ware > 120 cmPalette mit Zusatzversicherung

Häufige Fragen

Ab wann ist ein Paket Sperrgut bei DHL?

Sobald eine Kante über 120 cm liegt, das Gurtmaß 300 cm übersteigt oder das Paket nicht sortierfähig ist (unregelmäßig, instabil, mit Überständen).

Wie hoch ist der Sperrgutzuschlag?

Zwischen 22 € und 45 € netto, abhängig vom Anbieter und Sperrgut-Klasse. DHL Sperrgut S startet bei rund 26 €, Hermes Sperrgut III bis über 45 €.

Kann ich als Privatkunde Sperrgut verschicken?

DHL nimmt Sperrgut nur von Geschäftskunden an. Privatkunden weichen auf GLS (Standardgrenze 200 cm) oder auf Speditionsdienste wie Cargoboard, Emons oder DB Schenker aus.

Was ist günstiger: Sperrgutpaket oder Palette?

Für ein einzelnes Kolli meist Sperrgut. Ab drei sperrigen Paketen oder über 60 kg gesamt wird eine halbe Palette (60 × 80 cm) fast immer günstiger.

Sperrgut vermeiden durch Kartons nach Maß

Wir konstruieren Kartons exakt an die längste zulässige Kante Ihres Wunsch-Anbieters – in der richtigen Wellenqualität, damit die Verpackung stabil trägt und keinen Sperrgut- Nachaufschlag auslöst.